Gesunde Ernährung – eine Illusion?

Viel wird heute geschrieben über die gesunde Art der Ernährung. Verwirrend viel. Die Vorstellung, was gesunde Ernährung ist, befindet sich dauernd im Wandel. Unsere Urgroßmütter waren noch der Ansicht, daß es ohne Zucker kein Knochenwachstum gibt und daß Fleisch notwendig ist, damit der Mensch Kraft für seine Arbeit hat. Zur Genesung gab es nichts besseres als Hühnersuppe und mancher Dorfarzt ist heute noch dieser Meinung. In den Kochbüchern um die Wende zum 20. Jahrhundert empfahlen Backrezepte nicht selten acht Eier für einen Kuchen, der heute mit einem einzigen Ei auskommt, und vegane Ernährungsapostel backen schon ganz ohne Ei. Zucker, Eier Milch und Fleisch sind bestenfalls Übergangsnahrung bis auf weitere bessere Erkenntnis, Beadrf und Verfügbarkeit. Der heutige Stand der Wissenschaft schwört auf rechts drehende Produkte und besonders rigorose Gesundheitsapostel auf den totalen Verzicht von tierischem Eiweiß, womit wir ein großes Stück weiter sind. Heute wissen wir, daß Sojaprodukte, schonend verarbeite Dinkel- und Kamuterzeugnisse, vor allem in Sprossenform beste Garanten für die Gesundheit sind. Aber auch bei den besten Ingredienzien geht es um die richtige Kombination der einzelnen Zutaten und den richtigen Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Denn richtige Ernährung ist abhängig vom Stand der Sonne und den Lebensumständen sowie der Veranlagung des Einzelnen. Diabetiker und Zöliakie-Kranke müssen sich anders ernähren als der Normalverbraucher, der Büromensch anders als der Bauarbeiter. Zudem fällt es immer schwerer, im Kaufhaus oder Biomarkt richtig einzukaufen. Bio ist nicht gleich bio und brauchen wir das überhaupt? Vieles ist angeblich besser mit Lebensmittelbestrahlung als bio pur ohne - wir befinden uns mitten im Ernährungslabyrint. Denn selbst bei dem erstklassigen Nahrungsmittel Getreidekeimling geht es um die richtige Behandlung des pilzanfälligen Energielieferanten. Es gilt, die im Korn enthaltenen Hemmstoffe durch optimale Keimung so abzubauen, daß die wertvollen Mineralstoffe und Vitamine vom menschlichen Organismus auch verarbeitet werden können. Essen ist Abhilfe vom Hungergefühl, und da nimmt der Organismus, was er eben findet, dies gilt für die Tierwelt wie die höher entwickelten Spezies. Dabei gibt es eine Anpassung des Individuums an die verfügbaren Nahrungsmittel und im laufe dieser Gewöhnung eine Widerspiegelung von Merkmalen seiner Nahrungslieferanten. Menschen mit viel Fleischkonsum zeigen ein aggressiveres Verhalten als Vegetarier. Der Hinduistismus geht unter anderem davon aus, daß Fischkonsum zu schlechten Gedanken führt und daß geistig sich weiter entwickelnde Menschen ohne Verzicht auf Fleisch, Fisch, Alkohol und Genußmittel ihr Ziel der Selbstverwirklichung nicht erreichen können. Wer mit sich und der Welt zufrieden ist und sich über Käfighaltung und das Schlachten eines Tieres noch nie Gedanken gemacht hat, mag eine Zeit lang ohne Schäden für seine Gesundheit gut davon leben. Doch mit jeder kleinsten Bewußtseinsänderung oder Einschnitten in seinem Leben wird es zu Verdauungsproblemen und Bewußtseinsstörungen kommen. Was ich verdauen kann, hängt damit zusammen, wie weit ich Gewalt gegenüber Lebewesen verantworten und mittragen kann. Diese Entwicklung des Bewußtseins kann allmählich, aber auch plötzlich erfolgen. Das Erleben eines Transports von Kälbern zum Schlachthof kann so traumatisch für den Sensibilisierten werden, daß er kein Schnitzel mehr anrührt, auch wenn er es am Tag zuvor noch mit Heißhunger verspeist hat. Er findet plötzlich Obst, Salate, Kräuter, Nüsse, Wurzelgemüse, Weizenkeimlinge und andere Sprossen viel attraktiver und schmackhafter als das „eklige“ Fleisch. Warum? Weil das Freude empfinden durch Fleischgenuß schockartig gelöscht wurde. Statt dessen ist nun Platz für andere Gedanken, die sich mit friedlicheren Gedanken wie Liebe, Fürsorglichkeit, Verzicht beschäftigen und ein neues, höheres und beständiges Freudegefühl hervorrufen. Mangelerscheinungen durch solchen Sinneswandel? Sicher, sie stellen sich immer dann ein, wenn man zurückfällt in alte Gewohnheiten. Es gilt dann, schrittweise zu einer neuen Übergangsernährung zu finden, indem man das Fleisch durch Sojaerzeugnisse und andere Sprossennahrung ersetzt. Wer jetzt immer noch skeptisch sein sollte, stellt sich am besten vor, daß das stärkste Tier der Welt sich nur von Gras, Blättern und Gestrüpp ernährt. Nun haben wir zwar anders geartete Mägen, aber unsere Möglichkeiten der Nahrungs-Auswahl sind ungeheuer viel größer. Es gilt unseren Kopf einzusetzen, wie wir die FÜR UNS DERZEIT richtige Ernährung finden. Der Elefant frißt nicht was ihm schmeckt. Er nimmt, was er vorfindet. Er hat sich daran gewöhnt und macht das beste daraus. Essen was uns schmeckt, macht uns auf Dauer schwach, wenn nicht krank. Zucker und Mehrfachzucker wie in Brot, Pizza, Nudeln und allem Gebackenen und Gebratenen vorhanden, erhöhen zwar momentan das Wohlbefinden, doch fällt der Blutzuckerwert nach kurzer Zeit wieder ab, so daß wir aus Gewohnheit erneut Saccharine und Polysaccharine nachschieben, um uns wieder für kurze Zeit fit zu fühlen – ein Kreislauf, aus dem es kein Heraus gibt. Es sei denn, wir BESCHLIESSEN, daß wir diesen Kreislauf durchbrechen wollen. Nach und nach wird uns Süßes kaum noch schmecken, und wir verlangen automatisch nach dem was unser Körper wirklich braucht: Langzeit-Vorhaltenahrung!

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